News TelDaFax: Pleite oder harter Konsolidierungskurs
23.05.2011Der angeschlagene Strom- und Gasversorger TelDaFax kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem Ende vergangener Woche auch Vattenfall dem Troisdorfer Unternehmen den Netzzugang in Berlin und Hamburg gekündigt hat, sind ihm weitere 45.000 Kunden verloren gegangen. Damit summieren sich die Kundenverluste allein durch Netzzugangssperren nach Medienberichten auf über 100.000.
TelDaFax selbst hingegen bezeichnet das Aus im Vattenfall-Gebiet als bewusste Entscheidung. Man habe „durch Nicht-Zahlung einer Vorauszahlung“ entschieden, sich aus dem Gebiet zurückzuziehen, da die Versorgung der Kunden dort nicht profitabel gewesen sei. Vorstandschef Höptner sagte laut einer Pressemitteilung des Unternehmens: „Wir müssen die Schatten der Vergangenheit los werden, und das geht wie in diesem Fall leider nur mit einem harten Cut. Wir versorgen in einigen Regionen deutlich unter der Profitabilitätsgrenze – das wollen und müssen wir jetzt sukzessive ändern.“
Allerdings erscheint es weiter fraglich, ob dem Unternehmen die Trendewende gelingt oder ob die Insolvenz droht. In dieser Woche soll auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung über weitere Millionen des Investors Prime Mark beraten werden, wie der Nachrichtensender MDR-Info berichtete. Denn die Lage für TelDaFax ist nicht zuletzt auch wegen ausbleibender Abschlagszahlungen der Kunden ernst. So summieren sich die Außenstände bei den Kunden nach Konzernangaben inzwischen auf über 100 Millionen Euro. Es steht also weiter in Frage, ob der harte Konsolidierungskurs, den TelDaFax-Chef Höptner fahren will, noch greifen kann, angesichts weiterer Netzsperren und in Scharen davonlaufender Kunden. TelDaFax jedenfalls gibt sich zuversichtlich und will auch durch veränderte Preisstrukturen die Verluste begrenzen.
Für die von Netzsperren betroffenen Kunden entsteht kein Versorgungsengpass. Sie fallen automatisch in die Grundversorgung ihres örtlichen Versorgers zurück und können ihre TelDaFax-Verträge kündigen. Darüber hinaus können sie sich sofort einen neuen Versorger zu günstigeren Preisen suchen.
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